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Die neue Welt(un)ordnung

19.06.2019 - Bildergalerie

Die Geopolitik ist zurück auf der Weltbühne – das war ein Fazit der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Während die Macht etablierter Akteure zu schwinden scheint, wird die globale Ordnung gleichzeitig von neuen und wiedererstarkten alten Akteuren herausgefordert.

 

Am 18. Juni lud Botschafter Haindl daher zur Diskussion über die neue „Welt(un)ordnung“ in seine Residenz, in welcher Wolfgang Ischinger und Wolfgang Schüssel, moderiert von Rainer Nowak (Die Presse) über Umwälzungen in der globalen Sicherheitsarchitektur, die Zukunft des Multilateralismus und die künftige Rolle, die Europa, Österreich und Deutschland spielen sollen debattierten.

Sowohl Ischinger als auch Schüssel stimmten darin überein, dass die neue, multipolare Weltordnung ein stärkeres Engagement der Europäischen Union, und dabei insbesondere Deutschlands erfordere. Die EU gelte weltweit als Vorbild für wirtschaftliche Prosperität, Frieden und Stabilität - diesem Anspruch müsse sie aber auch gerecht werden. Da man davon ausgehen müsse, dass sich die globalen Kräfteverhältnisse in Zukunft nicht zum Vorteil Europas verändern würden, sei jetzt mehr denn je vorausschauende „Weltpolitikfähigkeit“ gefragt. Dies erfordere zum einen, dass man das transatlantische Bündnis nicht platzen lassen, aber auch, dass man Gesprächskanäle nach Osten und Fernost etablieren und offenhalten müsse.

Während Ischinger eher pessimistisch vor einer „Welt in Gefahr“ warnte, versuchte Schüssel, die positiven Entwicklungen der letzten Jahre hervorzuheben. Schüssel gab sich überzeugt: Insgesamt werde sich die Welt trotz (kleiner) Rückschläge zum Besseren wandeln.

Zur Person:

Wolfgang Ischinger, deutscher Diplomat, ist seit 2008 Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz sowie Professor für Sicherheitspolitik an der Hertie School of Governance Berlin und der Universität Tübingen. Während seiner aktiven Zeit im Auswärtigen Dienst hat Ischinger unter anderem als Staatssekretär die Gestaltung der deutschen Sicherheits- und Abrüstungspolitik sowie einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik nachhaltig mitgeprägt. In seinem im letzten Jahr erschienen Buch „Welt in Gefahr“ mahnt er an, dass Deutschland mehr Verantwortung übernehmen müsse.

Wolfgang Schüssel, ÖVP, war von 1995 bis 2000 österreichischer Außenminister, sowie von 2000 bis 2007 Bundeskanzler der Bundesrepublik Österreich. Zu Schüssels wichtigsten Prioritäten als Außenminister zählte die Osterweiterung der EU. Als Bundeskanzler leitete er umfangreiche Reformen ein und absolvierte im Jahr 2006 eine erfolgreiche EU-Ratspräsidentschaft. Heute ist Schüssel unter anderem Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen.

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