Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beziehungen zu Deutschland

29.12.2017 - Artikel

Stand: Dezember 2017

Mit dem südlichen Nachbarn Österreich verbinden Deutschland nicht nur die Gemeinsamkeiten in Sprache und Kultur, sondern auch eine über Jahrhunderte ineinander verwobene Geschichte mit allen Höhen und Tiefen. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren Österreicher wie Deutsche vertreten, und die Habsburger stellten über mehrere Jahrhunderte den deutschen Kaiser. Deutschland ist für Österreich mit großem Abstand der wichtigste Wirtschaftspartner mit einem Handelsvolumen von rund 95 Mrd. Euro jährlich. Zahlreiche deutsche Unternehmen unterhalten in Österreich Niederlassungen und Produktionsstätten. Österreich ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen (ca. 12 Mio. Reisende, 50 Mio. Übernachtungen jährlich).

Politische Beziehungen

Deutschland und Österreich unterhalten als Nachbarn besonders enge und vertrauensvolle politische Beziehungen. Dies gilt insbesondere für ihre Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Unterschiedliche Ansichten über Mittel und Wege und gelegentliche Meinungsverschiedenheiten werden zügig beigelegt. Das grundsätzlich sehr gute Einvernehmen beider Länder spiegelt sich in zahlreichen politischen Kontakten wider. Da sich in beiden Ländern eine Vielzahl ähnlicher politischer, wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen stellt, besteht an den Vorgängen im jeweiligen Nachbarland besonderes Interesse.

Kulturelle Beziehungen

Der Kultur- und Wissenschaftsaustausch mit Österreich ist so intensiv und vielfältig wie mit wohl keinem anderen Land. Viele deutsche Dirigenten, Orchester, Musiker, Sänger, Regisseure, Theaterdirektoren und Schauspieler arbeiten in Österreich, und für Österreicher in Deutschland gilt das gleiche. Berufungen an Hochschulen erfolgen oft grenzüberschreitend. Zahlreiche zum Teil preisgekrönte deutsch-österreichische Film- und Fernsehproduktionen belegen die hervorragende Zusammenarbeit auch auf diesem Gebiet. Im Abendprogramm des ORF werden oft dieselben Sendungen wie von deutschen Fernsehanstalten ausgestrahlt.

Latent problematisch bleibt die Zulassung ausländischer, vor allem deutscher Studierender an österreichischen Universitäten. Gegen die von Österreich 2006 eingeführte Quotenregelung (75% Studienplätze in den Fächern Medizin und Zahnmedizin für Österreicher, 20% für Bürger der Europäischen Union (EU) und 5% für Studienanfänger der übrigen Länder) leitete die EU-Kommission im Januar 2007 ein Vertragsverletzungsverfahren ein, welches die EU-Kommission am 17. Mai 2017 eingestellt hat. Österreich argumentiert, dass ohne Inländerquote nationaler Medizinermangel drohe, weil sich ausländische Studierende nicht in Österreich niederließen. Insgesamt studieren ca. 29.000 Studenten aus Deutschland in Österreich und ca. 7.900 österreichische Studenten in Deutschland. Prüfungszeugnisse werden gegenseitig weitgehend anerkannt (Deutsch-Österreichisches Äquivalenzabkommen vom 13. Juni 2002, Abkommen über Gleichwertigkeiten in der beruflichen Bildung von 1990, EU-Anerkennungsrichtlinien).

Die Buchmärkte sind durch die gemeinsame Sprache besonders eng verbunden. Zahlreiche österreichische Schriftsteller publizieren in deutschen Verlagen.

Die Medienmärkte sind eng verbunden: Beteiligungen deutscher Verlage an österreichischen Medienunternehmen, Koproduktionen in Rundfunk, Fernsehen und Film sowie die Kooperation bei 3sat und arte sind Belege dessen. Die intensive wechselseitige Berichterstattung führt zu vielen Gemeinsamkeiten und Überschneidungen in der öffentlichen Diskussion politischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Themen.

Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen