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Kultur, Bildung und Medien

29.12.2017 - Artikel

Stand: Dezember 2017

Kultur

Österreich gehört mit seinem überaus reichhaltigen Kulturangebot und mit der Höhe seiner Kulturausgaben in Bundes- und Länderhaushalten weltweit zur Spitzengruppe der „Kulturländer“. Weltruf genießen insbesondere Wien und Salzburg, aber auch andere österreichische Städte und Regionen profilieren sich mit attraktiven Festspielen und Kulturangeboten. Die Tourismuswirtschaft Österreichs profitiert von dem sehr hohen Ansehen des kulturellen Angebots.

Seit dem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 1995 nimmt Österreich an den europäischen Gremien und Programmen zur Förderung der Kultur-, Bildungs- und Forschungskooperation aktiv teil. Österreich bemüht sich besonders um die Kultur- und Bildungskooperation mit den mittel-, ost- und südosteuropäischen Ländern und sieht sich hier als kultureller Mittler.

Hochschulen

Österreich ist beliebtes Studienland für deutsche Studierende (ca. 30.000 an österreichischen Hochschulen).

Seit einem Beschluss der österreichischen Regierung im Jahr 2012 sind in folgenden Fällen Studiengebühren zu entrichten: 363,36 Euro pro Semester von – auch österreichischen – Studierenden aus dem EU- und EWR-Bereich, wenn die Mindeststudienzeit um mehr als zwei Semester überschritten wird. Studierende anderer Staatsangehörigkeit, die von keiner Ausnahmeregel betroffen sind, müssen pro Semester eine Studiengebühr in Höhe von 726,72 Euro entrichten. Seit dem Sommersemester 2013 gilt dies an allen österreichischen Universitäten. Die bereits bestehenden Zugangsbeschränkungen für Human-, Zahn- und Veterinärmedizin, Sportwissenschaften, Publizistik und Psychologie gelten seit November 2012 auch für Biologie, Pharmazie, Architektur, Informatik und Wirtschaft.

Im Jahr 2006 führte Österreich eine Quotenregelung für Medizinstudienanfänger ein (75% Studienplätze in den Fächern Medizin und Zahnmedizin für Österreicher, 20% für Bürger der Europäischen Union (EU) und 5% für Studienanfänger der übrigen Länder). Gegen diese Regelung lief seit 2007 ein EU-Vertragsverletzungsverfahrens, welches die EU-Kommission am 17. Mai 2017 eingestellt hat.

Bildungsreform

Seit Herbst 2012 gibt es den Schultyp der „Neuen Mittelschule“ (NMS) als Regelschule für 10- bis 14-jährige Schüler. Sie gilt als Vorläufer der geplanten Gesamtschule und soll das Leistungsniveau gegenüber Hauptschulen erhöhen. Mittels eines Stufenplans soll die NMS bis zum Schuljahr 2018/19 sämtliche Hauptschulen ersetzen. Neben der Unterstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS), auch als Gymnasium bezeichnet, wird es zukünftig nur noch den Schultyp NMS in der Sekundarstufe 1 geben.

Ziel ist die Verbesserung des Zugangs zu höheren Schulen und die Verankerung einer neuen leistungsorientierten Lehr- und Lernkultur. Angestrebt wird eine Gesamtschule, in der dann für die Sekundarstufe 1 nur noch ein gemeinsamer Schultyp existieren soll. Die geplante Einführung einer Gesamtschule scheiterte bisher, da sich die Parteien der Regierungskoalition nicht auf ein Konzept einigen konnten.

Aufrüttelnd waren die Ergebnisse der Pisa-Studie, die Österreich im unteren Mittelfeld verorteten. Besonders gravierende Mängel waren die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern, das schlechte Abschneiden der Kinder mit Migrationshintergrund und der extrem starke Einfluss der sozialen Herkunft. Und das, obwohl Österreich bei den Bildungsausgaben pro Kopf einen Spitzenplatz unter den OECD-Ländern einnimmt.

Medien

Österreich ist das Land mit der höchsten Pressekonzentration Europas. In Österreich ist seit 2004 direkte Presseförderung gemäß dem Presseförderungsgesetz (PresseFG2004) vorgesehen. Gelder gibt es für den Vertrieb von Tages- und Wochenzeitungen, für die Ausbildung von Jungjournalist/innen, für angestellte Auslandskorrespondent/innen, für Lokalzeitungen, Presseklubs und die Qualitätsförderung.

Österreich ist ein medienkonservatives Land. Druckwerke sind noch sehr beliebt. Die Auflagenstärke der Printmedien ist stabil, aber deren wirtschaftliche Lage ist angespannt. Seit 2004 wird zunehmend weniger Presseförderung ausbezahlt. Von 13,5 Mio. Euro ist die Summe im Jahr 2016 auf ca. 8,45 Mio. Euro zurückgegangen.

Insbesondere die Qualitätszeitungen haben Probleme mit der Reichweite. Die täglichen Gratiszeitungen erschweren ihnen das Geschäft. Auch wenn die Entwicklungen in den sozialen Medien in Österreich ungefähr zehn Jahre in Verzug sind, greifen politisch Interessierte zunehmend auf das Internet zurück. Auflagenstärkste Print-Tageszeitung ist die „Kronen Zeitung“ mit fast 900.000 Exemplaren. Bei Wochenzeitungen führen ebenfalls die Boulevard-Blätter.

Alle großen Zeitungen unterhalten eigene Online-Angebote. Hier liegt standard.at weit vor den anderen mit durchschnittlichen 107.096.000 Besuchen pro Monat und 4.751.000 "Unique Clients". Damit ist standard.at die dritthäufigste aufgerufene Seite insgesamt und wird im Politikbereich nur von ORF.at übertroffen. Auch die Boulevardmedien fallen weit dahinter zurück.

Im Social-Media-Bereich haben die traditionellen Medien aufgeholt – insbesondere „Der Standard“ mit inzwischen fast 400.000 "Fans" auf Facebook. Das sind mehr als bei der „Kronen Zeitung“ mit knapp 230.000. Auch beim "Twittern" hat das Land zugelegt. Alle wesentlichen Print-Zeitungen verfügen über einen Twitter-Account. „Der Standard“ hat immerhin 239.000 "Follower", die „Kronen Zeitung“ 23.300.

Die größte Nachrichtenagentur des Landes APA ist genossenschaftlich organisiert. Sie befindet sich in Besitz der österreichischen Tageszeitungen und des Österreichischen Rundfunks (ORF). Der ORF ist der größte Medienanbieter in Österreich, mit Landesstudios in jedem der neun Bundesländer und einem in Südtirol (ITA), vier Fernseh- sowie drei bundesweiten und neun regionalen Radioprogrammen.

Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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