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Wirtschaft

29.12.2017 - Artikel

Stand: Dezember 2017

Allgemein

Österreich ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von  39.990 Euro eines der wohlhabendsten Länder der EU – zum Vergleich: Deutschland 37.900 Euro (2016). Das gesamte BIP umfasst nominell 350 Milliarden Euro. Davon entfallen auf Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei 1,2 Prozent, Sachgüterproduktion, Bergbau, Energie- und Wasserversorgung und Bauwesen 28 Prozent und auf Markt- und marktmäßige Dienstleistungen 70,7 Prozent. Im Fremdenverkehr, der im Gegensatz zu vielen Ländern ganzjährig stattfindet, gab es 2016 insgesamt 141 Millionen Übernachtungen (Inländer und Ausländer, davon rund 52 Millionen Übernachtungen aus Deutschland). Der in Österreich im internationalen Vergleich hohe Anteil der Industrie ist geprägt durch einen hochentwickelten Maschinenbau, zahlreiche Kfz-Zulieferer sowie etliche große Mittelständler, die hoch spezialisiert und in ihrem Segment zum Teil Weltmarktführer sind.
Im Jahre 2016 wuchs die österreichische Wirtschaft  um 1,5 Prozent. Für 2017/2018 wird ein Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent erwartet. Die Staatsquote liegt mit 50,7 Prozent (2016) über dem Durchschnitt der EU-Staaten.
Ein Kennzeichen der österreichischen Wirtschaft ist der hohe Anteil erneuerbarer Energie an der Energienutzung. Er beträgt ca. 33 Prozent (2015) am Bruttoendenergieverbrauch, am Stromverbrauch sogar über 70 Prozent. Grund dafür ist vor allem die Nutzung der Wasserkraft in den Alpen und in Laufkraftwerken im Inn und in der Donau. Im Osten des Landes ist eine große Zahl an Windparks entstanden. Fernwärme aus Biomasse und Geothermie wird zunehmend genutzt. Strom aus Kernkraftwerken wird aufgrund des Atomsperrgesetzes nicht erzeugt (Volksabstimmung 1978).

Preise, Einkommen, Arbeitsmarkt

Die Inflationsrate lag 2016 im Jahresdurchschnitt bei 0,97 Prozent. Verantwortlich für den Preisauftrieb sind in erster Linie die Wohnkosten und Dienstleistungen.

Es gibt keinen gesetzlichen Mindestlohn; jedoch sind Mindestlöhne in der Regel in Tarifverträgen vereinbart, von denen fast alle Arbeitnehmer erfasst sind. Die Tariflöhne stiegen 2016 nominell um durchschnittlich 1,4 Prozent. Die am 1. Januar 2016 in Kraft getretene Steuerreform hat die relativ hohe Steuerbelastung insbes. der niedrigen Einkommen gemildert.

Die Arbeitslosenquote Österreichs lag Ende 2016 laut Eurostat bei 6 Prozent. Die Beschäftigungsquote in Österreich ist mit 74,3 Prozent hoch. Unter dem EU-Durchschnitt liegt jedoch die Beschäftigung der 55 bis 64-Jährigen. Sie beträgt nur 46,3 Prozent. Das tatsächliche Renteneintrittsalter ist mit 60,2 Jahren vergleichsweise niedrig. Die Zahl der Erwerbstätigen lag 2016 bei ca. fast 4,1 Millionen.

Außenwirtschaft

Österreichs Leistungsbilanz lag 2016 bei 2,5 Prozent des BIP. Dies ist ausschließlich auf die positive Dienstleistungsbilanz zurück zu führen. Die Handelsbilanz blieb auch 2016 mit 4,4 Milliarden Euro negativ. Insgesamt exportierte Österreich 2016 Waren im Wert von 133 Milliarden Euro und importierte für 135,6 Milliarden Euro.

Die Wettbewerbsposition Österreichs ist gut, aber unter Druck. Sie liegt im Global Competitiveness Ranking des World Economic Forum 2016/17 auf dem 19. Platz.

Insgesamt gingen 2016 rund 30,5 Prozent aller österreichischen Exporte nach Deutschland, während deutsche Lieferungen ca. 37,2 Prozent des österreichischen Importvolumens ausmachten. Dabei handelt es sich – in beide Richtungen – zu einem großen Teil um Vorprodukte und Komponenten, die im anderen Land eingebaut oder weiter verarbeitet werden und daher für Endverbraucher oft nicht sichtbar sind. Grenzüberschreitende Stromlieferungen haben erheblichen Umfang.

Deutschland blieb Haupthandelspartner, auch bei den Dienstleistungen. Wichtigster Posten im bilateralen Dienstleistungsverkehr war für Österreich auch 2016 der Tourismus. Von den rund 90.000 deutschen Arbeitnehmern in Österreich sind etwa 30.000 im Fremdenverkehrsgewerbe tätig. Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen beschäftigen in Österreich rund 100.000 Menschen.

Relativ stark ist die Position österreichischer Unternehmen in Mittel- und Osteuropa. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf Exporte, sondern auch für Kapitalanlagen. Auf diese Region entfallen über 40 Prozent aller österreichischen Auslandsinvestitionen. Auch sind österreichische Banken stark in Ost- und Südosteuropa engagiert.

Öffentliche Haushalte

Der öffentliche Schuldenstand stieg zum Ende 2016 auf 293,1 Mrd. Euro bzw. 83,2 Prozent des BIP. Das gesamtstaatliche Maastricht-Defizitlag Ende 2016 bei 1,4 Prozent des BIP. In der mittelfristigen Finanzplanung wird ein ausgeglichener Haushalt angestrebt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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